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Universitätsvorlesung

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Christoph Huber: "Forschung in Leben verwandeln"

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Christoph Huber im Portrait

Christoph Huber ist Hämatologe, Immunologe, Onkologe und Mitglied zahlreicher Boards und Gremien. In Innsbruck baute er ein Stammzelltransplantations- und Immuntherapie-Programm auf, in Mainz ein international führendes Zentrum für Immun-Onkologie und Stammzelltransplantation. Gemeinsam mit Uğur Şahin und Özlem Türeci gründete er zwei Einhorn-Firmen: 2001 das Unternehmen Ganymed, das monoklonale Antikörper gegen Tumorantigene entwickelt, und 2008 BioNTech, das unter anderem genetisch modifizierte Abwehrzellen, mRNA-kodierte Antikörper und Impfungen erforscht und den ersten zugelassenen Covid-19-Impfstoff hervorgebracht hat.


Forschen für die Menschheit

Christoph Huber, Arzt und Mitgründer von BioNTech, hielt am 12. März die Universitätsvorlesung „Forschung in Leben verwandeln“ an der MedUni Wien. Im Interview sprach er über die mRNA-Technologie und darüber, was die Forschung braucht, um zu florieren.

Wie neu ist die Messenger-RNA-Technologie (mRNA), auf der der BioNTech-Impfstoff
gegen das Coronavirus basiert?

An Tumorerkrankungen ist sie schon lange erprobt, bei Infektionen hingegen neuer. BioNTech und andere Firmen verfügen über 20 Jahre Erfahrung in der präklinischen Entwicklung und zehn Jahre in der klinischen Testung von Tumorvakzinen. Wir sind seit Jahren auch in der präklinischen Entwicklung von mRNA-Impfungen engagiert und wussten, dass sie auch gegen Covid-19 schneller und wirksamer eingesetzt werden  können.

Inzwischen wird die mRNA-Impfung weltweit angewandt. Was erwarten Sie sich davon und welche weiteren Anwendungsgebiete sind denkbar?
Das ist die Chance, die  Technologie am Markt zu validieren. mRNA wird die Herstellung von biotechnologischen  Arzneimitteln nach vorne bringen, Impfstoffe, aber auch therapeutische Antikörper und Zytokine können damit deutlich schneller, sicherer, wirksamer und billiger produziert werden. Der medizinische Bedarf ist enorm.


Mehr Informationen zu mRNA-Impfstoffen

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#66 - Kann eine mRNA-Impfung unsere DNA beeinflussen?

Ursula Wiedermann-Schmidt, Zentrum für Pathophysiologie,
Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien

Veröffentlicht am 15.02.2021

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#49 - Was unterscheidet Vektor-Impfstoffe von mRNA-Impfstoffen?

Ursula Wiedermann-Schmidt, Zentrum für Pathophysiologie,
Infektiologie und Immunologie der MedUni Wien

Veröffentlicht am 29.01.2021

Im Falle von mRNA-Impfstoffen wird den menschlichen Körperzellen der Bauplan (in Form der so genannten „messenger RNA“) für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Diese Information wird in den Zellen ausgelesen und das codierte Protein produziert. Das ist ein Prozess, der in Körperzellen ununterbrochen abläuft, um die für die Zelle nötigen Proteine herzustellen. So kann beispielsweise das Spike-Protein des Covonairus, SARS-CoV-2, von den menschlichen Zellen selbst produziert werden. Da es ein für die Zelle unbrauchbares, fremdes Protein darstellt, wird es an die Zelloberfläche transportiert und dort mithilfe bestimmter Immunkomplexproteine präsentiert. Das wird von speziellen Immunzellen erkannt und regt in der Folge das Immunsystem dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren und spezifische, gegen Teile dieses fremden Proteins gerichtete T-Zellen zu generieren.

Wie auch alle anderen Impfungen bringt also auch eine mRNA-Impfung einen Erreger bzw. einen Teil davon in den menschlichen Körper, so dass das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern angeregt wird. Unterschiedlich ist dabei, wie Erreger(-bestandteile) in den Körper transportiert werden: während diese bei anderen Impfstofftechnologien direkt verabreicht werden, wird mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht, so dass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren.

Die mRNA, die über den Impfstoff verabreicht wurde, wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA (den Träger der Erbinformation) eingebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation, weder in Körperzellen noch in Fortpflanzungszellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Virusproteins statt.

Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (10.12.2020, 15:30)